Rasnoobrasie – Berlin – Казань


Martha by marthadh
15 November 2008, 10:46 am
Filed under: Unser Archiv

Hallo an alle!!!Ich heisse Martha Galizkaja, bin 21 Jahre alt, komme aus Kasan. Seit kurzem bin ich mit meinem Studium fertig, habe TGGPU (Tatarische Staatliche Universitaet fuer Paedagogik und Geisteswissenschaften), Fakultaet fuer Fremdsprachen, Fachrichtung Deutsch und Englisch beendet. Ich bin also Deutschleherin von Beruf. Zur Zeit arbeite ich im “Deutschen Haus der Republik Tatarstan” (www.ndrt.ru), bin Projektmanadger, Vorsitzende des Rates des Jugendklubs “Perlenkette” und Leiterin der Theatergruppe “Deutsches Theater”. Seit September werde ich auch Deutschkurse leiten.Ich habe auch enge Kontakte mit dem Jugendmimnisterium zu Kasan.Ich interessiere mich fuer Kulturen, Nationalitaeten und nationale Minderheiten, vor allem die in Tatarstan wohnen, unter denen Russlanddeutsche, Juden und andere. Ich finde das Thema “Mutikulti” unglaublich interessant, das entspricht exakt meinen Interessen.Es sei betont, dass ich am Rasnoobrasie-Projekt zum ersten Mal teilnehme. Habe aber schon an einem Projekt teilgenommen, das auch mit dem Thema zu tun hat. Wer Interesse hat, kann unter Links http://home.arcor.de/kasanprojekt/index.html mehr darueber lesen.Meine Hobbies sind Schwimmen und Reisen. Mehr ueber mich unter http://wiki.zum.de/index.php/Benutzer:MarthaIch freue mich auf die gemeimsame Arbeit, neue Ideen, Forschungen!



Unser Archiv – Mussa Dschalil by berlin1985
14 November 2008, 4:04 pm
Filed under: Unser Archiv

Hier soll das Projekt des Jahres 2007 „für die Ewigkeit“ (Mussa Dschalil) aufbewahrt werden.

Alle Beiträge des Projekts werden damit erhalten.



Über Helden, Geschichtsbilder und Erinnerung by leysan
2 April 2008, 10:24 am
Filed under: Unser Archiv

Die Fortsetzung des Artikels in der Zeitschrift Altabash ist erschienen. Über Helden, Geschichtsbilder und Erinnerung mehr unter dem Titel „Auf Musa Džalils Spuren“ (auf Deutsch und Russisch).

Altabash 41-42, S. 21-24, www.altabash.tk



Perceptions of history – Mussa Dshalil Part I: Introduction by Robert
31 Januar 2008, 6:30 pm
Filed under: Unser Archiv

Two groups of students from Kazan and Berlin met in November and December 2007 in their cities to discuss different perceptions of history in the German Democratic Republic, the Federal Republic of Germany and the re-united Germany after 1990 on the one hand and in the Soviet Union, the Russian Federation and the Republic of Tatarstan on the other hand. The conference series was funded by the programme „Geschichtswerkstatt Europa“ of the „Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ and „Robert Bosch Stiftung“ and by the „Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch“.

In order to compare the historical memory in both our countries, we choose the example of the Tatar poet Mussa Dshalil (1906-1944). There are several memorials to Dshalil in Kazan, where the poet lived and worked. In Berlin, the place of his execution in 1944, Dshalil is commemorated in the „Gedenkstätte Plötzensee“. Furthermore, in the GDR a brigade of the „Berliner Bremsenwerke“ bore the name of the famous Tatar.

Besides exploring and documenting those memorial sites, our work consisted of seminar discussions, interviews with historical eyewittnesses and the study of documents related to Dshalil. First results of our work were published in Altabash 38 (2007) and  Altabash 39 (2007) by Leysan Kalimullina and Mieste Hotopp-Riecke (Russian and German). On this website, you will also find our seminar diaries from Kazan and Berlin and further materials, again in Russian and German. This series of blog posts tries to give an overview of the results of our work in the English language.



Mittwoch, 19. Dezember (Philipp) by philippjaeger
28 Januar 2008, 9:02 pm
Filed under: Unser Archiv

Nachdem sich die Berliner Gruppe und unsere Gäste aus Kasan im Seminarsaal in der alten Feuerwache eingefunden hatten, begannen wir sogleich mit unserem strammen Programm für den Mittwoch, an dem wir den aufwendigen und umfangreichen Geschichtsteil der Konferenz abschließen wollten. Als erstes hielt Mieste einen Power-Point unterstützen Vortrag über das Tatarenbild in Mittel- und Osteuropa, bei dem er auf den historischen Verlauf ausführlich einging.

Um 1015 übernahm dann Venera Vagizova-Gerassimov, die Chefredakteurin der tatarischen Zeitschrift Altabash und Vorstandsmitglied von Tatarlar Deutschland. Sie berichtete auf Russisch über das Musa Dschalil Gedenkjahr 2006 und die Maßnahmen, die in Deutschland von verschiedenen Organisationen dazu unternommen wurden. Frau Vagizova-Gerassimov schilderte ebenfalls die Kasaner Perspektive dazu, denn sie lebt zwischen den Städten und kennt beide Seiten gut.

Ein besonderes Augenmerk legte sie am Ende ihres langen Vortrags auf die Sprachenpolitik, die ihrer Meinung nach heute in Tatarstan ein Problem darstellt, was mit der Schulreform zu tun hat. Das Anschneiden der politischen Aspekte führte zu einer lebhaften Diskussion an der sich die Kasaner Teilnehmer und die in russisch Bewanderten der Berliner Gruppe beteiligten. Diese wurde mitunter scharf geführt und dehnte sich über den ganzen Vormittag bis 1215 aus.

Das gemeinsame Mittagessen fand im Restaurant der Alten Feuerwache statt, in dem wir vorher verschiedene Gerichte nach den Geschmäckern der Teilnehmer bestellt hatten. In angenehmer Atmosphäre speisten wir zusammen und gingen dann um 1330 zum Nachmittagprogramm über.

Wir wollten dabei den Geschichtsteil unserer Konferenz mit einer Diskussion über die Erinnerung an Musa Dschalil abschließen, was sich als höchst problematisch erwies. Zunächst erörterten mehrere Mitglieder der Berliner Gruppe die Erinnerung in der Sowjetunion. Nach einer guten halben Stunde meldeten sich einige Studenten der Kasaner Gruppe zu Wort, dass die die Zuschreibungen seitens der Deutschen nicht akzeptieren und begannen energisch auf russisch und teilweise englisch ihre Eigensicht darzustellen. Einige Berliner schalteten sich mit ein und versuchten eine Gegendarstellung zum Ausdruck zu bringen. Es begann eine kontroverse, teils emotional geführte Debatte, die über eine Stunde währte, ohne zu einem nennenswerten Ergebnis zu kommen. Wir machten eine ausgiebige Pause um jedem zu erlauben, sich zu sammeln.

Wir erkannten schließlich, dass unser Streitgespräch einer Moderation bedurfte und wollten nun die Themen und Diskussionsbeiträge ordnen. Robert erläuterte das Konzept der Histographie und stellte klar, warum Musa Dshalil als Beispiel gewählt wurde. Die Kasaner gaben ihre Sichtweise über die Erinnerung an den tatarischen Poeten wieder, beschwerten sich aber, dass die Erinnerung an den Krieg in Deutschland ihrer Meinung nach unzureichend behandelt wurde. Da die Zeit schon fortgeschritten war, einigten wir uns darauf diese Lücke am Samstag zu schließen.

Im Anschluss darauf fingen wir mit dem zweiten Themenblock der Konferenz an, die Migration. Hierzu bereiteten Peer und Agnieszka Vorträge zur Statistik und Rechtslage der Migranten vor, die zeigten, dass die Migrantenproblematik aktuell eine sehr große Dynamik aufweist. Wir stellten fest, dass die Bundespolitik das Phänomen Migration erst seit Kurzem wahrnimmt und darauf reagiert.

Gerade zur rechtlichen Situation von Migranten in Deutschland traten bei den Kasaner Projektpartnern viele Fragen auf. Wir diskutierten intensiv bis wir schließlich das Programm um 1940 beendeten.



Mittwoch, 19. Dezember 2007 – Protokoll von Martha by Marta Zaripova
16 Januar 2008, 11:05 pm
Filed under: Unser Archiv

Zuerst gab es einen kurzen Vortrag zum Thema Mussa Dhalil als „Politischer Ikone“ (Ort der Erinnerung) im Kontext der Inszenierung „von Macht“. Es war vermittelt worden, dass an historische Ereignisse durch Medien, Kunst oder Literatur erinnert werden kann. Es war erkannt worden, dass es zwischen Bildern und Politik eine Verbindung gibt, dass sie zusammen gehören.

Darauf folgte ein Vortrag von Frau Venera Gerasimov-Vagizova über Mussa Dshalil. Sie ist im Verein „Tatarlar Deutschland“ und als Hauptredakteurin der Zeitung „Altabash“ tätig. Frau Gerasimov-Vagizova hat uns ausführlich über ihre Tätigkeit erzählt.

Nachmittags war ein Vortrag von Agniezska. Sie hat uns über die Migration nach Deutschland erzählt. Es wurde berichtet, dass 2007 in Deutschland ca. 8% Ausländer leben. Nach dem 2. Weltkrieg sind Gastarbeiter aus der Türkei, Griechenland, Italien und Spanien (4 Mio.) gekommen. Seit 2005 gibt es ein Zuwanderungsgesetz, welches am 28. August 2007 reformiert wurde. Für die Einwanderung sind Deutschkenntisse und die Anerkennung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung wichtig.

Am Ende war gesagt worden, welche Gründe von Jugendgewalt bei Personen mit Migrationshintergrund auftreten. Das sind: Die soziale Lage in den Stadtvierteln, Arbeitslosigkeit, mangelnde Bildungserfolge.



Protokoll von der Feedbackrunde zum Kazanteil by josievers
13 Januar 2008, 9:33 pm
Filed under: Unser Archiv

Bei der Feedbackrunde des Berliner Gruppe zu dem Konferenzteil in Kazan malten wir zunächst einen großen Plan mit allen Dingen, die wir in Kazan gemacht hatten und verteilten dann Punkte mit unterschiedlichen Farben für einzelne Ereignisse während der Konferenz.

Rote Punkte sollten konfliktreiche Ereignisse markieren, blaue Punkte sehr positive Erinnerungen und grüne Punkte Ereignisse, aus denen man bestimmte Lehren gezogen hat. Alle Markierungen waren rein persönlicher Art und mussten nicht im Nachhinein erklärt werden.

Dennoch konnte man einige Rückschlüsse über den Konferenzverlauf ziehen: Während sich die blauen Punkte eindeutig vor allem bei unserem Ausflug in das tatarische Dorf mit dem Schulbesuch und dem anschließenden Essen bei einer Lehrerin ballten, fand sich die größte Ballung roter Punkte bei dem Vortrag von Herrn Dietz, dem Vorsitzenden des Deutschen Hauses. Dieser Vortrag hatte auch schon spontan den meisten Widerspruch hervorgerufen. Weitere rote Punkte fanden sich auch am Dienstag bei dem Vortrag von Dascha, vermutlich, weil nicht klar geworden war, wie er thematisch eingebunden werden konnte. Außerdem waren die Diskussionen zum Abschluss des Geschichtsteils und zur Einführung in den Migrationsteil teilweise rot markiert – hier waren wir auf besondere, eventuell interkulturell bedingte Kommunikationsschwierigkeiten getroffen. Ein weiterer roter Punkt, vermutlich inhaltlichen Ursprungs, fand sich beim Vortrag des Religionsratsvorsitzenden.

Um die grünen Punkte auszuwerten, sammelten wir nun Ziele – persönliche, thematische und auf die Gruppe bezogene – die wir uns aus Erfahrungen in Kazan gesetzt haben.

Bei den auf die Gruppe bezogenen Zielen wurde sich unter anderem eine bessere Verständigung gewünscht. Zum einen war dies auf organisatorische Defizite bezogen, zum anderen aber auch auf interkulturelle Verständigungsschwierigkeiten in Bezug auf unterschiedliche Verstehensweisen von bestimmten Begriffen und auf unterschiedliche soziale Praktiken. Hierzu gehört auch, dass jede Seite am Ende genau versteht, worum es bei der anderen Seite eigentlich ging. Als weitere Ziele wurden genannt, dass erreicht werden soll, dass jeder Teilnehmer am Ende ein persönliches Verständnis über die von uns behandelten Themen erlangt, dass wir es schaffen, über die Ausstellungsgestaltung zu Musa Dschalil zu diskutieren, dass wir das Migrationsthema möglichst neutral, nicht übertrieben, aber in seiner Problematik deutlich darstellen sollten, dass wir offene und faire Diskussionen führen sollten, dass wir mit Problemen pragmatisch umgehen sollten und den vorher formulierten Ansprüchen gerecht werden wollen.

Zu den thematischen Zielen wurde genannt, dass wir verschiedene Museumsformen vergleichen sollten, um zum Einen ihre Bedeutung für verschiedene Erinnerungsformen und zum Anderen ihren Bestand oder ihren Wandel über die Zeit zu ergründen. Außerdem wollte jemand weitere Lebenslaufforschung (Oral History) betreiben, das von uns besuchte Konzert in Kazan als Beispiel dafür  untersuchen, wie Musik als Werkzeug der pantürkischen Bewegung eingesetzt wird. Im Geschichtsteil sollte es uns gelingen, von Musa Dschalil als unserem Vehikel wirklich zu Geschichtsbildern zu kommen und diese differenziert zu untersuchen.

Insgesamt waren viele Ziele persönlicher Art und nicht unbedingt auf die ganze Gruppe und den Konferenzablauf zu beziehen, dennoch hat es geholfen, sich noch einmal über das in Kazan Erlebte und Gelernte mit seinen möglichen Konsequenzen und Schlussfolgerungen bewusst zu werden.

 

In einem zweiten Teil der Feedbackrunde ging es um grundsätzliche Schwierigkeiten in der interkulturellen Kommunikation. Unsere Leiterin zeigte uns hierfür die Skizze eines „kulturellen“ Eisbergs, der für jede Kultur, aber auch bei jedem Individuum persönlich, mit anderen Inhalten gefüllt ist. Wie bei einem Eisberg ist auch bei Menschen nur ein kleiner Teil dessen sichtbar, was ein Individuum ausmacht. Jeder Mensch ist auch unbewusst vielfach durch seine Umgebung geprägt und hat sich so bestimmte Tabus, Verhaltensnormen oder Wertsysteme zu eigen gemacht, die ihm normalerweise auch selbst nicht unbedingt bewusst sind, teilweise weil sie ihm völlig selbstverständlich vorkommen und er sie darum nicht wahrnimmt. Solche Normen oder Tabus könnte er also auch nicht direkt kommunizieren. Eben diese Tabus und Verhaltensnormen sind auch ein Punkt, in dem sich Menschen aus verschiedenen Kulturen besonders stark unterscheiden, weil sie aus der Sozialisation in einer bestimmten Umgebung und in bestimmten Diskursgemeinschaften entstehen. In der Kommunikation sollte deswegen besonders darauf geachtet werden, den anderen in seinem Wertesystem, das wir so genau nicht kennen, nicht zu verletzen, ihn nicht direkt anzugreifen, sondern möglichst auch Kritik immer in Ich-Botschaften zu verpacken, die die eigene Wahrnehmung mitteilen sollen und immer einfacher zu akzeptieren sind als Angriffe. Am einfachsten sind auch interkulturell Probleme sachlicher Art zu besprechen – beispielsweise die Arbeit betreffend – während es immer am schwierigsten ist, auf die ganz persönliche Ebene vorzudringen. Hierbei wäre besondere Zurückhaltung angebracht.

In einer Übung, bei der wir versuchen sollten, unsere eigenen wichtigsten Werte aufzuschreiben, wurde uns schnell bewusst, wie unterschiedlich auch wir in einer kulturell (relativ) homogenen Gruppe Begriffe wie „Toleranz“, „Wertschätzung“ oder „Akzeptanz“ verstehen.