Rasnoobrasie – Berlin – Казань


Donnerstag / Thuersday , 15.11.2007 (Läysän Kälimullina) by mieste
23 November 2007, 10:00 am
Filed under: Unser Archiv

MIGRATION / DEUTSCHLAND / TATARSTAN

Peer hat in seinem Vortrag vorgestellt, warum das Thema Migration in Deutschland wichtig ist. Wegen der niedrigen Geburtsraten und sinkenden Bevölkerungszahl braucht Deutschland Migranten. Durch den Konflikt der unterschiedlichen kulturellen Codes, die MigrantInnen nach Deutschland mitbringen, entstehen verschiedene Spannungsfelder und Konflikte (Ehrenmorde, Gewalt in Schulen, Terroranschläge u.a.). Die klassischen theoretischen Modelle zum Thema Migration können aber keine richtigen Erklärungen für diese Problemfelder geben. Die neuen Modelle zu Migration sollten die aktuellen marktwirtschaftlichen, politischen und informationellen Bedingungen in der Welt, und vermittels dadurch auch Globalisierung und Transmigration berücksichtigen.

Von Peer wurde zur anschließenden Diskussion die Frage über die Migration und mit Ausländern verbundenen Problemen in der Russländischen Föderation gestellt, z.B., über die Ermordungen von ausländischen Studenten in St. Peterburg. Ob der Chauvinismus in Russland steigt?

Nach der Meinung der Kazaner Gruppe, und zwar Bulat Kh., ist das Migrationsproblem mit der Migration der Völker des Kaukasus’ nach Moskau und andere Regionen Russland in Zusammenhang zu sehen. Der Krieg in Tschetschenien und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme aus der kaukasischen Republik haben durch das negative Bild in den Medien feindliche Stimmungen der russländischen Bevölkerung gegenüber den Tschetschenen und überhaupt Kaukasiern provoziert. (ich möchte hier eine kleine Bemerkung machen, dass hier aber nicht über ausländisches Migrationsproblem geredet werden kann, weil die Tschetschenen die Bürger der Russländischen Föderation sind).

Weiter wurde diskutiert, warum das Problem der organisierten Neonazi-Gruppen von der Russländischen Regierung nicht entschieden angegangen wird. Argument der Berliner Gruppe: am Beispiel der UKOS, NGOs zeigt man, dass die Regierung Russlands von ihr problematisch gesehenen Organisationen ziemlich einfach und zielstrebig neutralisieren kann. Die Kasaner Gruppe meinte, es ist nicht so, weil die Nazis meißt nicht offizielle und offene Strukturen sind.

Es wurde auch klar, dass jede Gruppe den Begriff Nationalismus anders versteht. Es ist meistens so, dass die Menschen in Russland im Terminus National gar keine negative, gegenüber anderen Nationen oder Individuen gerichtete Bedeutung einlesen. Anders ist die Bedeutung des fast tabuisierten Wortes National in Deutschland, die im Hintergrund die Geschichte des Nationalsozialismus hat.

Die Frau des Sohnes von Musa Džalils, Raissa Zalilova, hatte Artikel und Bilder über Musa Džalil mitgebracht. Sie wusste über ihn auch nur durch Filme und Bücher. Sie meinte, Džalil ist ein Held, weil er den Nazis widerstehen konnte, und ein jeder von uns kann so ein Held werden.

R. Valiullin, der Vorsitzende des Religionsrates Tatarstans, gab im zweiten Block einen Überblick über das Zusammenleben der Religionen in Tatarstan. Der Religionsrat ist eine zivilgesellschaftliche Plattform, die die Kommunikation zwischen den Vertretern der Religionen Tatarstans und der Regierung ermöglichen soll. Es wurde erwähnt, dass der Religionsrat eine der wenigen (ähnlichen oder gar die einzige) Institutionen in der ganzen Russlandischen Föderation sei.

Am späten Nachmittag haben die ausländische Studenten der KGU über ihre Erfahrungen und Probleme des Lebens in Kasan berichtet. Es fiel auf, dass die chinesische Studentin die russischen Studenten am Anfang zu offen fand, und der amerikanische und der kolumbianische Student könnten sich gar nicht vorstellen, dass sie in Russland für immer wohnen zu bleiben. Sie hatten nie Aggression sich gegenüber in Kasan erlebt und haben hier kein Angst, auf die Strasse zu gehen.

Danach haben wir die Synagoge besucht, die sehr interessant und durch die offene Rede der Vertreterin der jüdischen Gemeinde sehr eindrucksvoll war. Wir sind auf der Jahresversammlung des Rates der Jüdischen Gemeinde gewesen. Danach hat uns die Vertreterin der Gemeinde die Information über die Gebäude der Synagoge und Jüdisches Leben in Kazan beigebracht. Ihre Worte, dass die Religion und die Gemeinde offen sein müssen, und jede, der Interesse hat, auch rein gelassen werden müsse, sind wirklich faszinierend.

robert-wobke-raissa-zalilova.jpg dsc01866.jpg dsc01865.jpg hasad-moshe.jpg

From left to right:

Robert Wöbke and Raissa Zalilova; Inside the Synagoge of Kazan; House of Häsäd Moshe Jewish Community Kazan.

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