Rasnoobrasie – Berlin – Казань


Selbstporträt: Mieste, Preußen und Tataren. by mieste
23 Oktober 2007, 10:19 am
Filed under: Teilnehmer 07/08

Um zu illustrieren, was mich an diesem Berlin-Kasan-Projekt interessiert, hier eine kurze Vorstellung meiner Person.
Der Name Mieste, wie einige vielleicht schon geahnt haben, ist kein normaler Vorname, sondern seit 24 Jahren mein Spitzname, der Name des Dorfes in der Altmark, wo ich her stamme. Die Altmark, auch die Wiege Preußens genannt, liegt im Norden des heutigen Sachsen-Anhalt und war vor Christianisierung und Germanisierung Siedlungsraum unterschiedlicher Stämme, zum größten Teil der Wenden bzw. Sorben. Daher auch der Name Mieste, abgeleitet von myost (altslaw.: Brücke) oder miesto (sorb.: Ort). Unser Dorf liegt nämlich etwas erhöht am Rande des Drömling, einem Sumpfgebiet, durch das in frühen Zeiten von Mieste aus ein Knüppeldamm (myost?) führte.
Seit 2004 führe ich nun den Namen Mieste auch offiziell.
Schon als Kind interessierte es mich, welchen Ursprungs der Name eines Nachbardorfes ist: Taterberg. In meiner Phantasie, angeregt von Erzählungen meiner Großeltern, lebten dort einst schwarze Gesellen bei Musik und Tanz.
Ich erlernte den Beruf des Offset-Druckers, arbeitete einige Jahre als Drucker und Graphiker, Konzertveranstalter, Kellner und Messebauer. In den neunziger Jahren fing ich an, auf Urlaubsreisen in der Türkei türkische und kurdische Musik zu sammeln, lernte dann Türkisch an der Vokshochschule Braunschweig, um schließlich in Berlin (Freie Universität), Samsun, Wien, Damaskus und Simferopol (Krim) Turkologie, Soziologie, Islamwissenschaften und Kurdologie zu studieren. Erst nachdem ich nun begann, mich als Turkologe vor allem mit tatarischer Sprache, Kultur und Geschichte zu beschäftigen, fesselte mich besonders die deutsch-tatarische Geschichte sowie die Fremd- und Selbstsicht der jeweils Anderen.
Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mich vor allem mit dem Image der Tataren in deutschen Schulbüchern, in Belletristik und Volksliteratur. In diesem Kontext untersuchte ich auch die Geschichte unseres Nachbardorfes Taterberg, ein vorläufiges Ergebnis aus dem letzten Jahr findet Ihr unter „in den Medien“.

Seit dem April 2007 bin ich als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung Promotionsstudent am Institut für Turkologie an der Freien Universität Berlin und arbeite an tatarisch-deutschen Projekten zusammen mit Dr. Marat Gibatdinov von der Akademie der Wissenschaften Tatarstans und Dipl. Phil. Temur N. Kurshutov vom Lehrstuhl für Krimtatarische und Türkische Philologie der Universität für Ingenieurswesen und Pädagogik der Autonomen Republik Krim.

Ich bin Mitglied des Journalistenverbandes der Republik Tatarstan, der Gesellschaft für Kultur und Geschichte Ukraine-Türkei (Kiew), der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO, Mainz) und der Redaktion von AlTaBash, einer tatarisch-deutschen Zeitschrift.
Ich bin begeisterter Wahlberliner und lebe mit meiner Familie in Pankow.

an-der-kgipu-simferopol.jpgauf-dem-dot-2007-mit-m-gibatdinov-s-czerwonnaja-t-kurshutov-a-khamsin-r-mukhametdinov.jpgmieste-lilli-rosa-2006-april.jpg

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Hommage an den Herrn Dr.des. Hotopp-Ricke/ Послание господину аспиранту Хотопп-Рике

Mit großem Interesse habe ich gestern die Biographie vom Herrn Mieste Hotopp-Ricke gelesen, dem Mitglied des Journalistenverbandes der Republik Tatarstan und der Redaktion von AlTaBash.
Dieser Biografie habe ich entnommen, dass sich Herr Hotopp-Ricke in seiner Dissertation mit dem Image der Tataren in deutschen Schulbüchern, in Belletristik und Volksliteratur beschäftigt.
Ich möchte Herrn Hotopp-Ricke höflich darauf hinweisen, dass ich 2003 und 2004 während der Tage der tatarischen Kultur im Museum der europäischen Kulturen und und während der Woche der tatarichen Sprache an der FU Berlin Vorträge zum Thema „Die Widerspiegelung der Tataren und Baschkiren in der deutschsprachigen Belletristik“ gehalten und den Text u.a. an die künftigen Mitglieder der Redaktion des „Altabash“ verteilt habe.

Ich wünsche Herrn Hotopp-Ricke viel Erfolg für seine Arbeit, bitte ihn aber meinen Vortrag in die Bibliografie seiner Disertation aufzunehmen.

Ich werde den Text vom Vortrag in der Dezemberausgabe von „Bertugan“ veröffentlichen.
Dr. phil. Alia Taissina http://www.bertugan.de

Kommentar von Dr, Alia Taisina




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