Rasnoobrasie – Berlin – Казань


Vorstellung von Sebastian / приветствие от Себастьяна by Sebastian
19 Mai 2007, 10:12 am
Filed under: Teilnehmer 07/08

Ich wohne in Berlin-Kreuzberg, habe in Berlin Politikwissenschaft studiert und mich zu Studienaufenthalten in Estland (neun Monate) und den USA (drei Monate) aufgehalten. Meine Schwerpunkte waren und sind Konfliktforschung und Internationale Beziehungen. Im Rahmen der Konfliktforschung habe ich mich verstärkt mit ethnopolitischen Konflikten beschäftigt und wie man solche „managen“ bzw. verhindern kann. Was dieses Thema anbetrifft bin ich ein entschiedener Gegner Samuel Huntingtons. Seine These, das allein der globalisierungsbedingt zunehmende Kontakt unterschiedlicher Kulturen zu (gewaltsamen) Konflikten führt, halte ich für falsch und gefährlich.

Zur Zeit bin ich Doktorand an der Universität Hamburg. Ich beschäftige mich dort mit Lokalpolitik in Zentralasien, vor allem in Kasachstan. Deswegen werde ich ab August für ein Jahr in Almaty wohnen.

Ich freue mich auf den Austausch mit den Kasaner Studenten. Kasan liegt ja, wenn man so will, auf halber Wegstrecke nach Almaty und wenn es so etwas wie „Eurasien“ gibt, möchte ich nicht nur das westliche und östliche Ende, sondern auch den Raum zwischen Kasachstan und Deutschland kennenlernen. Als Politologe und Sozialwissenschaftler interessiere ich mich besonders für institutionelle Arrangements, die das zusammenleben der Menschen regeln. Besonders interessant (und kompliziert) wird es dann, wenn der Faktor „Ethnizität“ mit ins Spiel kommt. Darüber hinaus interessiere ich mich für soziale Ungleichheit. Weltweit lässt sich die Tendenz feststellen, dass immer nur bestimmte Segmente einer Gesellschaft an den Vorteilen, die die Globalisierung bietet, teilhaben können. Andere Teile der Gesellschaft werden jedoch schlicht abgehängt, weil sie nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen (Bildung, Sprachkenntnisse, Mobilität oder z. B. einen Internetzugang). Dieses Phänomen betrifft – in unterschiedlicher Weise – West- wie Osteuropa.

Einige meiner Hobbies sind Rudern, Kino jenseits von Hollywood, Fotografie. Ich bin im Südwesten Deutschlands geboren, unweit der französischen und schweizerischen Grenze. Nachdem Abitur habe ich drei Monate bei Entwicklungshelfern in Niger gelebt und danach meinen Zivildienst (anstatt in der Armee zu dienen) in einem Hamburger Krankenhaus geleistet. Seitdem wohne ich in Berlin Kreuzberg.

Я живу в Берлине-Кройцберге, изучал в Берлине политологию и 9 месяцев учился в Эстонии и 3 месяца в США. Мои основные вопросы рассмотрения – конфликтология и международные отношения. В рамках конфликтологии я усиленно занимаюсь рассмотрением этнополитических конфликтов и как их можно предотвратить. Что касается этой темы, то решительный противник Самюэля Хантингтона.  Его тезис, что по-разному обусловленнная глобализацией возрастающая связь культур ведет к (насильственным) конфликтам, я считаю ошибочным и опасным.

В настоящее время я – докторант в университете Гамбурга. Я занимаюсь там локальной политикой в Центральной Азии, прежде всего, в Казахстане. Поэтому я буду жить год, начиная с августа, в Алма-Ате.

Я рад обмену с казанскими студентами. Казань лежит, если можно так сказать, на полрасстоянии от Алма-аты и если это является что-то вроде „Евразия“, я хотел бы познакомиться не только с западным и восточным концом, но и с пространством между Казахстаном и Германией. Как политолог и социальный ученый, я интересуюсь особенно организационными пространствами, как регулируется совместная жизнь людей. Особенно интересно это станет тогда, когда фактор „этничности“ перерастает в игру . Более того, я интересуюсь социальным неравенством. Во всем мире можно установить тенденцию, что всегда только определенные сегменты общества будут пользоваться преимуществом, которое предлагает глобализация. Другая часть общества однако просто снимаются, так как они не располагают необходимыми ресурсами (образование, знание языка, подвижность или, например, интернет-доступ). Этот феномен касается, разным способом, как Западную, так и Восточную Европу.

Некоторыми из моих увлечений являются гребля, кино по ту сторону Голливуда, фотографии. Я родился на юго-западе Германии, недалеко от французской и швейцарской границы. После того, как я получил аттестат зрелости, я 3 месяца жил у эволюционных помощников в Нигерии и после этого прошел мою гражданскую службу (служба в армии) в Гамбургской больнице. С тех пор я живу в Берлине Кройцберг.

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3 Kommentare so far
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Interessant, daß Du Huntington erwähnst, den haben wir auf den Konferenzen vergangenes Jahr ausführlich besprochen. Zumindest als Anlaß, um eine lebhafte Diskussion in Gang zu bekommen, finde ich ihn immer sehr brauchbar!
Danke für die ausführliche Vorstellung – ich bin gespannt darauf, wie Du Deine Perspektive hier im Blog und in den Konferenzen einbringen wirst!

Kommentar von robertwoebke

Meiner Meinung nach wird Huntington zu Unrecht kritisiert. Jeder hackt auf den problematischen Punkten rum, ohne seine bereichernden Modelle und Ideen zu beachten (Wie z.B. die Multipolarität der Welt). Mir scheint es, dass viele ihn gar nicht gelesen haben.

Auch gerade in Bezug zu Russland schildert er anschaulich den geopolitischen Machtverlust und seine Auswirkungen auf das ehemalige Jugoslawien. So ist auch nachzuvollziehen, warum sich Russland gegen eine Lösung des Kosovo-Konflikt sperrt, die nur in einer Unabhängigkeit gefunden werden kann.

Kommentar von Huntington

Sehr geehrte/r Herr/Frau Huntington,

ich habe den Eindruck, dass Samuel Huntington in der westlichen Sozialwissenschaft keine große Rolle mehr spielt. Er selbst hat sich von seinen Thesen im Zusammenhang mit dem von mir angesprochenen Thema ja auch distanziert. Im östlichen Europa wird Huntington jedoch nach wie vor stark rezipiert. Vor diesem Hintergrund wollte ich mich hier mal positionieren, jedoch auf niemandem „rumhacken“. Huntington ist geschichtlich vielleicht durch seine modernisierungstheoretischen Arbeiten interessant und natürlich durch die unheimlich „erfolgreiche“ Aufnahme seines Zivilisationskrach-Szenarios in die Alltagssprache. Letztere Arbeit halte ich für grob fahrlässig, denn neben handwerklichen Fehlern bei der quantitativen Datenauswertung von zwischenstaatlichen Konflikten ist Huntington auch von Annahmen ausgegangen, die zu dem Zeitpunkt schon seit mindestens 30 Jahren überholt waren, wovon er als Modernisierungstheoretiker auch definitiv informiert war. (Gewaltsame) Konflikte finden nicht zwischen Kulturen oder Zivilisationen statt, sondern zwischen spezifischen Akteuren, die spezifische Interessen verfolgen, und Repräsentanz für eine bestimmte soziale Einheit beanspruchen (jedoch nicht zwangsläufig dazu legitimiert sind).

Huntington hat auf jeden Fall auch seine Verdienste und ist einer der einflussreichsten Politikwissenschaftler weltweit – letzteres jedoch: leider. Heute spielt Huntington keine große Rolle mehr bzw. für „geopolitisches Geschnatter“ interessiere ich mich nicht sehr. Prinzipiell sollte man einen Wissenschaftler kritisieren können, ohne gleich eine differenzierte Gesamtwürdigung seines Lebenswerks anzuhängen. Das muss jeder, der Thesen in die Welt stellt (besonders die, die sie dann auch in der Zeitschrift foreing affairs veröffentlichen), vertragen können.

Beste Grüße,
Sebastian

Kommentar von Sebastian




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