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Erinnerungskultur an den Großen Vaterländischen Krieg / Культура воспоминания Великой Отечественной Войны by philippjaeger
16 Mai 2007, 6:56 pm
Filed under: Diskussion

Mit diesem Blog-Beitrag, ja, er ist doch schon eher ein Essay geworden, möchte ich die Diskussion um die Erinnerung an den zweiten Weltkrieg/Großen Vaterländischen Krieg eröffnen. Hierzu möchte ich einige ethnographische Beobachtungen schildern, die ich während meines Besuches in Russland machte. Ich schreibe selbstverständlich aus meinem eigenen Blickwinkel (als Deutscher, Pfälzer, Ethnologe, Turkologe,…) und formuliere bewusst scharf. Kritik ist erwünscht. Ich hoffe, dass ich damit niemanden verletze sowie dass ich eine lebhafte Diskussion anregen kann.

 

Der Den’ Pobedy wurde gerade gefeiert. Ich selbst habe die Feierlichkeiten nicht mehr mitbekommen, da ich bereits am dritten Mai zurückgeflogen bin, jedoch habe ich die weit reichenden Vorbereitungen beobachtet. Bereits über eine Woche vorher wurde in Moskau angefangen, die Straßen und Plätze zu dekorieren.

 

Dagegen ist der erste Mai als Feiertag fast untergegangen. Ich war an diesem Tag in Voronezh und habe mir die Stadt angeschaut. Im Zentrum gab es keine Paraden oder Umzüge. Einwohner, die ich fragte ob es denn Festlichkeiten gäbe, konnten mir keine konkrete Auskunft geben. Der Tag der Arbeit hat meiner Meinung nach im heutigen Russland keine allzu große Relevanz mehr. Es scheint gar, als gehören sozialistische Kundgebungen der Vergangenheit an, stattdessen kann man die Leute beim Shopping in den neuen glitzernden Malls antreffen.

 

Mit dem Siegestag verhält es sich anders. Dieser hat seinen festen Platz im Feiertagsturnus Russlands. Die Menschen nehmen ihn ernst, gedenken und feiern. Die langsam aber sicher aussterbenden Veteranen, die sonst an den Rand gedrängt scheinen (z.B. hinsichtlich der Kürzung der Vergünstigungen), rücken an diesem Tag ins öffentliche Gedächtnis. Selbst heute noch, im postsowjetischen Russland des 21. Jahrhunderts, besitzt dieser Tag wichtige Symbolkraft.

 

Aus der historischen Perspektive gesprochen, markiert der gewonnene Krieg den Höhepunkt der politischen Macht der UdSSR. Nicht nur das eigene Vaterland konnte von den Angriffen Nazideutschlands befreit werden, auch die meisten Länder Osteuropas konnten unter die Kontrolle des Stalinistischen Staatsapparats gebracht werden. Dabei wird oft vergessen, dass die baltischen Staaten von der Sowjetunion besetzt und annektiert wurden. So ist auch zu verstehen, dass es für diese Länder, wie das gerade wegen der Umbettung eines Ehrendenkmals so gescholtene Estland, an diesem Tag nichts zu jubeln gibt.

 

Mittlerweile ist die Sowjetunion Teil der Geschichte, so scheint es zumindest im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Was aber ist mit den (erinnerungs-)kulturellen Aspekten? Beim Siegestag zeigt sich eine Kontinuität, die über 70 Jahre weit zurückreicht. Markiert das Ende der UdSSR ebenso eine Zäsur in kultureller Hinsicht oder läuft die Kulturgeschichte fort? Ist der Siegestag Teil der sowjetischen Geschichte und somit der Erinnerungskultur oder Teil der russischen oder beides? Wie wird hierbei selektiert? Auffällig für mich ist im Vergleich, dass der Siegestag als nationaler (oder transnationaler, da er ebenfalls in einigen Nachfolgestaaten der UdSSR zelebriert wird) auch heute noch euphorisch gefeiert wird, während dem Tag der Arbeit als mit dem Sozialismus verbundenes Ereignis wenig Bedeutung zukommt.

 

Meiner Meinung nach muss die Wertevorstellung eines gesellschaftlichen Aspektes geklärt werden, um hierbei tieferes Verständnis gewinnen zu können. Während man sich in Russland nach dem Ende der UdSSR von sozialistischen Werten weit gehend getrennt hat, spielt die Militärtradition auch heute noch eine wichtige Rolle im Selbstverständnis Russlands. Dies ist für die meisten Deutschen heute befremdlich und kaum verständlich, da mit dem Ende der Hitlerdiktatur in Deutschland dem Militarismus komplett abgeschworen wurde. Die Erfahrungen des verlorenen Krieges zeigten ihre Spuren. Niemand wollte mehr daran denken zur Waffe zu greifen. Der NATO-Betritt der BRD und die Aufstellung der Bundeswehr lösten unendliche innenpolitische Debatten aus, so dass ohne die erdrückende Rahmenbedingung des Kalten Krieges es fraglich gewesen wäre ob es je wieder eine Armee in Deutschland gegeben hätte.

 

Die Militärtradition in Russland hat eine weit zurückreichende Geschichte, in der stolz darauf verwiesen wird, dass von Westen her (der von Osten gekommene Mongolensturm bildet die Ausnahme – kleine turkologische Ergänzung – ) es keine Macht vermocht hat, das Land zu erobern. Die moderne Militärgeschichte beginnt bei der Verteidigung des Landes gegen Napoleon, reicht über die Konflikte des Bol’shaya Igra/Great Game zum Ersten Weltkrieg und schließlich zum Großen Vaterländischen Krieg.

Der Große Vaterländische Krieg übertrifft in seiner historischen Dimension und Totalität alle vorangegangen, so dass er den Höhepunkt des Freiheitskampfes Russlands kennzeichnet. Ohne die gewaltigen militärischen und ökonomischen Leistungen, die die UdSSR während des Krieges stemmte, wäre der Fortbestand des Staates nicht möglich gewesen. Der Große Vaterländische Krieg wurde zum Urereignis, das die eigene militärische Überlegenheit zeigte. Dies färbte auf andere Bereiche wie die Politik ab, wo man den Antifaschismus eng an den Antikapitalismus anlegte, den Sieg also an die neuen weltpolitischen Vorzeichen anpasste. Vorsichtig formuliert möchte ich dafür argumentieren, dass der gewonnene Krieg als Legitimierungsquelle diente, das System zu bestätigen.

Der Siegestag wurde zu sowjetischer Zeit als Erinnerungsfixpunkt der Vergangenheit gefeiert, um der vollbrachten Taten zu gedenken und der eigenen Größe Ausdruck zu verschaffen. Die militärische Macht war immer ein Steckenpferd der UdSSR, an dem nicht zu rütteln war. Obwohl das Antlitz durch den verlustreichen Einsatz im Afghanistankrieg Narben riss, wurde auch gegen Ende der UdSSR, zu dem in der Perestroikazeit die Politik und Wirtschaft mit Krisen überzogen wurde, an der Armee nicht gezweifelt. Der Untergang der UdSSR war ein sozioökonomischer, kein militärischer. Das Image der kampfbereiten Streitkräfte blieb unangefochten und reicht in die heutige Zeit hinein. Zugegeben, die neueren Konflikte wie Tschetschenien, verbunden mit traumatisierten oder desertierenden Soldaten, überschatten das Bild, jedoch will ich mich weiter auf die symbolische Ebene beziehen, in der eine Kontinuität angedeutet wird.

Ich war ganz überrascht, die vielen Werbeplakate zu sehen, mit denen der Staat für neue Rekruten wirbt. Viele der verwendeten Zeichen knüpfen an die ruhmreiche Militärtradition der sowjetischen Zeit an. Für mich erscheint dabei erst einmal ein eklatanter Widerspruch. Immerhin ist das heutige Russland einer der Nachfolgestaaten der UdSSR und seine Streitkräfte umstrukturierte Einheiten aus der ehemaligen Sowjetarmee, keine Eins-zu-eins-Kopie. Wie ist denn das Verhältnis zur heutigen Armee wirklich?

Als ich Ende April Kursk besuchte, machte ich eine interessante Beobachtung. In dieser zentralrussischen Stadt wohnen ca. 400.000 Menschen. Ich entschloss mich zu einem Besuch des schön gelegenen Kursk, da die Stadt eine Partnerschaft zu Speyer, meinem Geburtsort in der Pfalz, aufrechterhält. Die Stadt ist von der Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg geprägt, da sie eine wichtige Rolle im Kampfgeschehen hatte.

Das Gebiet von Kursk war Schauplatz der letzten deutschen Großoffensive gegen die Sowjetunion, dem Unternehmen Zitadelle. Zwischen dem 5. und 13. Juli 1943 kam es zur Schlacht im Kursker Bogen, der größten Panzerschlacht der Geschichte, an der über zwei Millionen Soldaten beteiligt waren. Obwohl die sowjetischen Streitkräfte fast die Hälfte ihrer über 3400 Panzer einbüßte, konnte die deutsche Armee aus Wehrmachts- und Waffen-SS-Verbänden besiegt werden. Die genaue Zahl der Toten ist unbekannt, jedoch geht sie in die Hunderttausende.

Ich besuchte in Kursk das durch zahlreiche Originalstücke höchst sehenswerte Museum der Schlacht, wo mir ein junger Historiker, der in einem Austausch ebenfalls schon Speyer besucht hatte, die Geschichte der Schlacht eingehend erläuterte. Er war schockiert über die Vorgänge in Estland. Dagegen befand er, dass die gemeinsame Erinnerung an den Krieg mit Deutschland, zum Beispiel in Kooperation mit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, positiv von statten geht.

Danach besuchte ich das große Kriegsdenkmal neben dem Zentralfriedhof. Dort fiel mir auf dem Gelände des eigentlichen Denkmals eine neu eingerichtete Erinnerungsstätte auf. Diese war nicht abseits gelegen, sondern wurde direkt seitlich des Hauptmonuments errichtet. Ich trat näher und entdeckte, dass dieses Denkmal sich nicht auf den Großen Vaterländischen Krieg bezog, sondern den beim Untergang des U-Boots „Kursk“ am 12. August 2000 umgekommen Matrosen gewidmet war (die Bilder sind unten angehängt). Während ich das Denkmal beobachtete, sah ich eine junge Frau näher kommen, die eine Blume auf einem der Grabsteine niederlegte. Vielleicht war sie eine Verwandte oder Bekannte eines Verstorbenen. Ich weis es nicht, ich habe nicht gefragt.

Ein Denkmal für gefallen Matrosen ist zunächst mal nicht ungewöhnlich. Das Besondere liegt darin, dass dieses Denkmal räumlich in die Erinnerungsstätte an den Krieg integriert ist. Das zentrale Denkmal besteht in Kursk aus einer Säule, vor der eine ewige Flamme brennt. Südlich davon befindet sich in einer Entfernung von circa 30 Metern ein Gräberfeld für die berühmten gefallen Helden des Krieges, zuerst die Helden der Sowjetunion, dann die restlichen Offiziere. Auf der nördlichen Seite befindet sich nach etwa 50 Metern eine gedenkende Soldatenfigur auf einem Sockel mit einer Spruchtafel, flankiert von zwei Wänden mit Inschriften. Zwischen dieser Gruppe und der zentralen Säule wurde das neue Monument angelegt. Der Raum ist nicht bedeutungsfrei, sondern wird mit bestimmten Werten ausgestattet. Wird ein Denkmal ins Zentrum gerückt, so wird es auch verstärkt wahrgenommen. Meiner Meinung nach wird so durch die bedeutsame Gleichsetzung des Ortes, da die Gräber der Seemänner in der gleichen Entfernung zum Zentralmonument wie auch die Gefallenen des Krieges liegen, eine Parallele in der Wertigkeit zwischen den Matrosen der Kursk und den im Krieg Gefallenen gezogen.

Was als wichtig erachtet wird, ist der Dienst am Vaterland, sei es im Krieg oder im Frieden. Somit werden die auf der Kursk tödlich verunglückten Matrosen zu Helden, denen man sich erinnert und zwar an dem Ort, an dem man auch den Gefallenen des Krieges gedenkt. Die Erinnerungsstätte an den Großen Vaterländischen Krieg gilt nicht als perfekt und abgeschlossen, sondern wird erweitert, womit die Matrosen der Kursk in die überhängende russische Militärtradition integriert werden.

Viele Fragen bleiben offen, so würde interessieren, wer dieses Denkmal finanziert hat. Waren es Spenden oder veranlasste der Staat die Anlegung? Welches Interesse hat Russland daran, die Erinnerung an verunfallte Soldaten in den Mittelpunkt zu rücken?

In Russland ist die Armee eine feste Säule des Staates, ganz anders wie in der Bundesrepublik, wo jeder neue oder fortgeführte Auslandseinsatz der Bundeswehr die Regierung vor eine Zerreißprobe stellt. Für mich zeigt sich gerade in der Armee die Fortdauer des alten sowjetischen Bildes des starken und wehrhaften Staates in die heutige Zeit. Die Attribute der Rüstigkeit halten an und profilieren Russland ebenso im 21. Jahrhundert.

Meiner Meinung nach findet sich gerade in der Militärtradition eine wenig ausdifferenzierte Kontinuität zur sowjetischen Zeit wieder. Mit der Gegenwart verknüpft werden die prestigeträchtigen vergangenen Ereignisse durch performative Handlungen wie das gemeinsame Feiern des Siegestages oder Veranstaltungen, in denen junge Leute zusammen mit Veteranen wirken. So erlebte ich ebenfalls in Kursk ein Konzert im Haus der Offiziere, indem Kinder und ein Veteran gemeinsam auftraten. Sehr markant ist, dass es ebenfalls Tradition ist, dass Hochzeitspaare einen Kranz zu Ehren der Gefallenen an einem Denkmal an den Großen Vaterländischen Krieg niederlegen. Dies ist in Bild drei zu beobachten (ebenfalls berichteten dies mir weitere Informanten). Dieser Akt verknüpft einzelne Menschen bei einem ihrer wichtigsten Lebens-Kreis-Rituale mit der Erinnerung an den Krieg.

Soviel zu meinen Beobachtungen in Russland betreffend der Erinnerungskultur. Ich hoffe, dass ich damit eine Diskussion und Kritik anstoßen kann. Dieses Thema ist nach allen Seiten offen, lässt sich somit durch viele Beträge ergänzen und weiterentwickeln. Für mich bestehen in der Erinnerungskultur an den Krieg weit reichende Unterschiede zwischen Deutschland und Russland, die sich sicherlich in einer tieferen Betrachtung genauer abstecken lassen. Die Differenzen sind mir vorher nicht in diesem Ausmaß bewusst gewesen, jedoch hatte ich diesmal durch meinen fünfwöchigen Aufenthalt mehr Zeit mit den lokalen Begebenheiten vertraut zu werden.

Was denkt ihr? Seht wo seht ihr Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten in der Erinnerungskultur? Wird in Deutschland öffentlich überhaupt an den Krieg erinnert oder vielleicht eher an die Verbrechen der Nazizeit? Mir erscheint es, dass in Deutschland von Seiten des Staates aus offiziell an den Holocaust und die Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Dahingegen erinnern sich die Menschen im persönlichen Umfeld eher an den Krieg und die damit verbundenen Verluste an der Front und in der Heimat durch die Bombardierung.

Все же, этим блогом, да, он стал, скорее, уже эссе, я хотел бы открыть обсуждение воспоминанию о второй мировой войне / Великой Отечественной войне. К тому же, я хотел бы изобразить несколько этнографических наблюдений, которые я сделал во время моего пребывания в России. Я пишу, само собой разумеется, со своей собственной точки зрения (как немец, житель Пфальца, этнолог, турколог…) и осознанно резко формулирую. Критика желательна. Я надеюсь, что я не оскорбляю вместе с тем никого, а также, что я могу побудить оживленное обсуждение.

Как раз праздновался День Победы. Я сам не увидел торжества, так как я возвратился уже третьего мая, однако, я наблюдал далеко идущую подготовку. Уже более чем за одну неделю началось в Москве декорирование улиц и общественных мест.

Напротив же, почти погиб как праздник первое мая. Я был в этот день в Воронеже и осматривал город. В центре не имелось никаких парадов или шествий. Жители, которых я спрашивал, имеются ли все же праздники, не могли дать мне никакого конкретного ответа . День труда больше не имеет, по моему мнению, в сегодняшней России никакой слишком большой важности. Кажется, что социалистические демонстрации принадлежат прошлому, вместо этого можно встретить людей при покупке товаров в новых глянцевых магазинах.

Ко Дню Победы отношение совсем другое. Он имеет свое твердое место в цикле праздника России. Люди принимают его всерьез, помнят и празднуют. Медленно, но верно вымирающие ветераны, которые кажутся обделенными (например, относительно сокращения льгот), входят в этот день в общественную память. Даже еще сегодня, в постсоветской России 21 столетия, этот день владеет важной символической силой.

Говоря об исторической перспективе, выигранная война обозначает апогей политической власти СССР. Не только советское отечество смогло освободиться от нападений нацистской Германии, а также и огромные страны Восточной Европы могли попадать под контроль Сталинского государственного аппарата. При этом, часто забывают, что балтийские государства были захвачены и аннексированы Советским Союзом. Также нужно понимать, что ничто не дает ликовать в этот день этим странам, как установка почетного памятника порицаемой Эстонии.

Тем временем, Советский Союз – это часть истории, по меньшей мере, в политической и экономической области. Как же дело обстоит с культурным аспектом, а именно воспоминанием об этом дне? Днем победы оказывается непрерывность, которая возвращает более чем 70 лет назад. Отмечается ли распад СССР так же как цезура с культурной точки зрения или история культуры продолжается? Является ли День Победы частью советской истории и таким образом культуры воспоминания или частью русских, или и то, и другое? Как при этом оценивается? Для меня является необычным, что День Победы празднуется как национальный день (или транснациональный, так как он проводится также в нескольких государствах-преемниках СССР) празднично и сегодня, в то время как небольшое значение придают Дню труда как связанному с социализмом событию. По моему мнению, должно быть выявлено ценностное представление общественного аспекта, чтобы побудить при этом более глубокое понимание. В то время как значительно расстались в России после распада СССР с социалистическими ценностями, армейская традиция играет и сегодня важную роль в собственном воображаемом образе России. Это кажется странным для многих немцев сегодня и едва ли понятно, что покончив с Гитлеровской диктатурой Германия полностью отреклась от милитаризма. Опыт проигранной войны оставил ее следы. Никто не хотел вспоминать больше об оружии. Вступление ФРГ в НАТО и установка Бундесвера вызывали бескрайние внутриполитические споры, так что без подавляющего общего условия Холодной войны было бы спорно когда-нибудь снова иметь армию в Германии. Армейская традиция в России имеет далекую историю, когда никакая власть Запада никакую не была в состоянии захватить страну. Современная армейская история начинается при защите страны против Наполеона, относятся конфликты Большой игры к Первой мировой войне и, наконец, к Великой Отечественной войне. Великая Отечественная война превосходит в его историческом размере и тотальности все предшествующие, так что она характеризует апогей освободительной борьбы России. Без сильных военных и экономических усилий, которые поднимали вверх СССР во время войны, дальнейшее существование государства не было бы возможно. Великая Отечественная война стала событием, которое показало собственное военное превосходство. Это затронуло другие области как политика, где антифашизм тесно прикладывали к антикапитализму, победу присваивали к новым всемирно-политическим знакам. Четко формулируя, я хотел бы привести аргументы для того, что выигранная война служила как источник засвидетельствования, который подтверждал систему. День Победы праздновался в советское время как контрольная точка воспоминания прошлого, чтобы вспоминать совершенные действия. Военная власть была всегда коньком СССР, который не нужно было показывать. Хотя лицо покрывалось шрамами на войне в Афганистане, не сомневались также в распаде СССР, когда во время перестройки политика и экономика покрывалась кризисами. Закат СССР более по-военному был социально-экономическим. Имидж готовых к бою вооруженных сил оставался неоспоримым и удовлетворяет и в сегодняшнее время. Возникли более новые конфликты как Чечня, связанная с травмированными или дезертирующими солдатами, однако, я хочу идти дальше по символической равнине, подразумевающая непрерывность. Я был совсем поражен, увидев многие рекламные плакаты, при помощи которых государство агитирует за новых рекрутов. Многие, используя знаки, продолжают славную армейскую традицию советского времени. Для меня появляется сенсационное противоречие. Все-таки, сегодняшняя Россия – это одно из государств-преемников СССР и его вооруженные силы, изменившие структуру бывшей Советской Армиии, ничего общего не имеют. Какое же настоящее отношение к сегодняшней армии? Когда я был Курск в конце апреля, я сделал интересное наблюдение. В этом центрально-российском городе живет примерно 400.000 людей. Я решил посетить прекрасный город Курск, так как этот город поддерживает партнерство с городом Шпайер, моим родным местом в Пфальц. Город характеризуется воспоминанием о Великой Отечественной войне, так как она имела важную роль в боевом действии. Область Курска была местом происшествия последнего немецкого общего наступления против Советского Союза, захвата цитадели. С 5 по 13 июля 1943 проходила битва в Курске, самая большая битва в истории, в которой участвовали свыше 2 млн. солдат. Хотя советские вооруженные силы теряли более 3 400 танков, немецкая армия из союзов власти обороны и союзов оружия SS могла быть побеждена. Точное число погибших неизвестно, однако, это составляет сотни тысяч. Я посетил много достопримечательностей в музее Курска многочисленные куски оригинала Курской битвы, где молодой историк, который тоже посетил Шпайер по обмену, разъяснил мне историю битвы подробно. Он был шокирован процессами в Эстонии. Напротив он считал, что общее воспоминание о войне с Германией следует воспринимать положительно, например, в кооперации с Немецким военным обеспечением могил. Затем я посетил большой военный памятник наряду с центральным кладбищем. Там мне бросалось в глаза на территории настоящего памятника по-новому обставленное место памяти. Она не была расположена в стороне, а непосредственно сооружалась со стороны основного монумента. Я приблизился и обнаружил, что этот памятник относился не к Великой Отечественной войне, а посвящен погибшему матросу 12 августа на подводной лодке „Курск“ (картины прилагаются внизу). В то время как я осматривал памятник, я увидел, как приближается девушка, которая положила цветок на одном из надгробных камней. Вероятно, она была родственницей или знакомой умершего. Я не спрашивал.

Памятник матросу необычен. Отличие состоит в том, что этот памятник интегрирован пространственно в место памяти о войне. Центральный памятник стоит в Курске в виде колонны, перед которой горит вечный огонь. К югу оттуда на расстоянии приблизительно 30 м находится место захоронения известных павших героев войны, героев Советского Союза, бывших офицеров. В северной стороне примерно за 50 м находится думающая фигура солдата на цоколе с доской изречения, окруженной 2 стенами с надписями. Между этой группой и центральной колонной был вложен новый монумент. Если памятник сдвинуть в центр, то это будет восприниматься также усиленно. По моему мнению, параллель тянется знаменательным оседанием этого же самого места, так как могилы матросов лежат на том же самом удалении к центральному монументу как и могилы павших войны. То, что признается как важное, является служба отечеству, это было бы на войне или в мире. Таким образом, погибшие при катастрофе на Курске матросы будут героями, которые о себе напоминают, а именно в месте, в котором думают также о павших на войне. Место воспоминания о Великой Отечественной войне считается незауженным, а расширяется, чем матросы Курска интегрируются в выступающую русскую армейскую традицию.

Много вопросов остаются открытыми, интересно, кто финансировал этот памятник. Были ли это пожертвования или государство побуждало использование? То, который Кто заинтересован в России в том, чтобы двигать воспоминание павших солдат в центр? В России армия – это твердая колонна государства, в Федеративной республике это совсем другое, где каждое новое или продолженное международное постановление бундесвера ставит правительство перед испытанием на разрыв. Для меня продолжение старой советской картины сильного государства заключается как раз в армии в сегодняшнее время. Свойства бодрого качества останавливаются и профилируют Россию так же в 21 веке. По моему мнению, немного дифференцировавшая непрерывность находит себя как раз в армейской традиции в советское время. С современностью связываются престижные прошедшие события через выполненные действия как общее празднование дня победы или мероприятия, в которых действуют молодые люди вместе с ветеранами. Таким образом, я побывал также в Курске на концерт в доме офицеров, в то время когда вместе встетились дети и ветераны. Очень значительно, что это тоже традиция, когда свадебные пары вносят венок памятнику в честь павших в Великую Отечественную войну. Это можно увидеть на картине 3. Этот акт связывает отдельных людей в одном из их самых важных ритуалов жизни с воспоминанием о войне.

Много в России относительно культуры воспоминания. Я надеюсь, что я могу выдвинуть в обсуждение и критику. Эта тема открыта, ее можно дополнять и совершенствовать. Для меня далеко идущие различия существуют в культуре воспоминания о войне между Германией и Россией, которые точнее можно обсуждать, наверное, в более глубоком рассмотрении. Я раньше не осознавал разницы в таком размер, однако, я имел возможность провести 5 недель больше времени с местными событиями? Где вы видите различия, что общего в культуре воспоминания? Вспоминают ли в Германии публично вообще о войне или, скорее, о преступлениях времени нацизма? Мне кажется, что в Германии со стороны государства официально вспоминают о Холокосте и жертвах национал-социализма. Напротив, в личном контексте люди вспоминают, скорее, о войне и вместе с тем связанных с бомбардировкой потерях на фронте и на родине.

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2 Kommentare so far
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Danke, Philipp, für Deine Beobachtungen! Die Details, die Du schilderst, sind für mich ein Beleg dafür, wie wichtig auch heutzutage das Reisen ist, um ein Land zu verstehen.
Die Fragen, die Du aufwirfst, werden uns sicherlich noch lange in der Diskussion begleiten. Wie Du richtig schreibst, ist Erinnerung selten vollständig. Ob in Rußland, Deutschland, Estland oder irgendeinem anderen Staat – es gibt stets Aspekte, die Eingang in eine Kultur des Erinnerns finden, während andere vernachlässigt werden. Erinnerung geht somit immer auch mit Vergessen einher. Der Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft kann zu einem erweiterten Bewußtsein dessen, wo in unserer eigenen Kultur die Grenze zwischen Erinnern und Vergessen verläuft, führen. Voraussetzung scheinen mir hierfür nur Offenheit, Respekt für die Position des Anderen und auch eine Einsicht in die Relativität der eigenen Position zu sein (was wiederum nicht mit dem Fehlen eines eigenen Standpunktes verwechselt werden sollte). Ich jedenfalls freue mich auf diesen Dialog!
Jetzt habe ich noch eine inhaltliche und eine technische Anmerkung zu Deinem Beitrag. Die 70 Jahre zurückliegende Kontinuität beim Siegestag würde ich anzweifeln. Als offizieller Feiertag wurde der 9. Mai in der Sowjetunion erst 1965 eingeführt. Und zum technischen: es wäre praktisch, wenn Du noch Kategorien finden könntest, in die Dein Beitrag paßt (z.B. Erinnerungskultur, 2. Weltkrieg usw.). Das erleichtert es dann, sich Beiträge zu einem Thema anzeigen zu lassen.

Kommentar von robertwoebke

Hallo Philipp, danke für das interessante Essay. Ich denke, das Fest des 9.May ist deswegen wichtig, weil das das einziges Datum oder einzige Erinnerung ist, über welchen die Einwohnern der heutigen Russländischen Föderation sich noch einigen können (alle andere sowjetische Feste, wie 1 May, 7 November-Tag der Oktoberrevolution u.a. wurden verzweifelt in ihrer Bedeutung mit der Ende der Kommunismus-Ära). Deswegen wird 9. May auch staatlich propagiert und unterstützt, weil der Staat diese Einigung braucht. Hier spielt das große Rolle auch die Angst des Zentrums vor der Dezentralisierung (Separatismus, Zusammenbruch des Landes usw.)
Vor allem solltest Du auch nicht die Kraft der sowjetischen Propaganda unterschätzen, und die Bilder von dieser Propaganda sind bis jetzt noch da, wo sie früher waren. Man braucht Zeit, um das System, das Sowjetunion hatte, zu verändern. Z.B., werden in der Wirtschaft bis jetzt keine strukturelle Reformen durchgeführt, und das bedeutet, wenn ich mich nicht täusche, das alle Militärproduktionen, die Sowjetunion hatte, nicht abgebaut oder umgebaut wurden, aber einfach unterfinanziert oder gar nicht finanziert, und jetzt kriegen sie wieder „Zakaz“ vom Staat. Das ist auch das Hauptproblem der Russländischen Wirtschaft, es hat nicht geklappt, das System so umzustukturieren, dass 60-70% aller Produktion Lebensmittel und andere Konsumgüte sind, aber nicht Militärindustrie, wie das in der UdSSR gewesen ist.

Kommentar von leysan




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